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Recht / Zivilrecht 
Montag, 06.12.2021

Kind auf Fahrradweg weicht auf Straße aus - Schadensersatz bei Unfall?

Wenn ein Vater mit seinem Kind auf einem nicht baulich abgetrennten Radweg radelt und zudem noch vorausfährt, verletzt er seine Aufsichtspflicht. Das gilt, wenn das Kind das achte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei Schäden muss dann die Haftpflichtversicherung des Kindes zahlen. Das entschied das Amtsgericht Düsseldorf (Az. 37 C 557/20).

Ein Vater radelte mit seiner sechsjährigen Tochter in der Stadt. Dort fuhr er auf einem Radweg voraus, das Mädchen folgte. Der Radweg war auf der Straße markiert, aber nicht baulich von der Fahrbahn abgetrennt. Ein Auto stand auf dem Radweg. Dem wich der Vater nach links fahrend aus. Die Tochter ebenso, fuhr in die Straße und stieß dabei aber mit einem links von ihr fahrenden Auto zusammen. Das Auto wurde an der rechten Tür beschädigt. Die Besitzerin verlangte von der Haftpflichtversicherung des Kindes Schadenersatz. Diese weigerte sich. Die Frau sei zu nah am Kind vorbeigefahren und habe so selbst überwiegend den Schaden verursacht. Der Vater hätte zudem auch seine Aufsichtspflichten nicht verletzt, da er unmittelbar beim Kind war.

Das Gericht entschied zugunsten der Autofahrerin, denn der Vater habe seine Aufsichtspflicht verletzt. Bis zum achten Lebensjahr müssten Kinder auf dem Gehweg fahren. Einen Radweg dürften sie nur benutzen, wenn dieser baulich von der Fahrbahn abgegrenzt sei. Der Fahrerin sei kein Fehlverhalten vorzuwerfen, denn sie fuhr mit geringem Tempo und sei so ihrer Sorgfaltspflicht angesichts des auf dem Radweg abgestellten Autos und der Radler nachgekommen. Allein, weil das sehr junge Kind auf der Fahrbahn war, geschah demnach der Unfall. Wäre das Kind auf dem Gehweg gefahren, wäre es nicht zu einer gefährlichen Situation gekommen. Zudem sei der Vater vorausgefahren, worin eine Aufsichtspflichtverletzung liege.

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